Aufstieg im „Durchmarsch“ in die 1. Liga

Aufstieg im „Durchmarsch“ in die 1. Liga

Mit einem „satten“ Vorsprung von 8 Punkten nach 7 von 10 Spieltagen gegenüber den beiden unmittelbaren Verfolgern aus Limburg und Frankenthal sind unsere Jungs in die Partie gegen das aktuelle Schlusslicht Dürkheimer HC gegangen. Ein Sieg würde alles klarmachen; auch ein Unentschieden oder eine Niederlage ließ uns noch zwei weitere Matchbälle, um das noch Anfang Dezember eigentliche unrealistische Ziel des Aufstiegs in die 1. Bundesliga in die Tat umzusetzen.
Ja, und jeder rechnete nach dem überzeugenden vorwöchentlichen Sieg gegen Frankenthal damit, dass das Erreichen des Ziels „Aufstiegs“ nur noch Formsache sein würde. Und genau deshalb war es die Aufgabe von Trainer Thorben Wegener in den vergangenen Tagen gewesen, die Gedanken der Jungs weg zu bringen von diesem Traum und sie zurückzuholen in die Realität: also noch drei harte Trainingseinheiten unter der Woche; und schließlich am Spieltag selbst dem Team die Angst vor dem Aufstieg zu nehmen und die Erinnerung in Worten und in einem speziellen Video auf die Tugenden zu richten, die in dieser Mannschaft steckten: Athletik, die Bereitschaft alles zu geben, die Fähigkeit die Gedanken des Trainers zu verinnerlichen und umzusetzen, die jederzeitige Anpassung an die Spielweise des Gegners und schließlich das Selbstbewusstsein den Erfolg auch zu wollen.
Vor einer begeisterten Kulisse von ca. 400 HTC-Fans, hervorragend durch das Spielgeschehen orchestriert durch unseren Hallensprecher Ewald Gehrmann, mit der Unterstützung unserer Freizeit-Hockey-Gruppe unter Holger Pfeifle und lukullisch begleitet vom Bundesliga-Förderverein sowie Mickey und seiner Gang begannen die Hausherren so engagiert, als ob des darum ging, schon in den Anfangsminuten den Gegner zu überrennen, um ja nichts anbrennen zu lassen. Schon nach neun Minuten führten sie durch Tore von Moritz Butt, Franz Boomes und Johannes Auch beruhigend mit 3:0. Auch ein schnelles Gegentor brachte das Getriebe nicht ins Stottern; Anton Boomes und Nico Riemann legten alsbald zum Pausenstand von 5:1 nach.
Und auch in der 2. Halbzeit lief die „Tor-Maschine“ weiter: Jan-Philipp Pätzmann, Henrik Ziemssen und erneut Anton erhöhten das Ergebnis innerhalb von 10 Minuten auf 8:2; das Spiel war entschieden; eine Mannschaft wie die unsere würde einen solch soliden Vorsprung nicht mehr aus der Hand geben. Aber weil Fans und Spieler danach allmählich in Aufstiegsstimmung gerieten, war der Focus und die Spannung ein wenig raus, was zu zwei Gegentoren der Gäste führte. Dann aber waren es wiederum Anton, Henrik und Nico, die vor einer immer lauter und fröhlicher werdenden Kulisse den 11:4 Endstand besorgten.
Und danach war alles nur noch „eitel Freude und Sonnenschein“. Spieler und ihre Fans lagen sich in den Armen, tanzten und sprangen gemeinsam durch die Halle; Bier und Sekt wurde in Bechern ausgeschenkt oder lief direkt in die ausgetrockneten Hälse der Spieler. Und selbstverständlich hatte unsere Katharina Ries auch die gute Idee, spezielle „Aufstiegs-T-Shirts“ bereitzustellen, für die sie mit der Versicherungsagentur Harald Brandenstein auch einen großzügigen Sponsor fand. Euch, Katharina und Harald, namens der Mannschaft herzlichen Dank für Idee und Ausführung!
Wenn es auch vor gerade erst einem Jahr den Aufstieg vor heimischer Kulisse in die 2. Bundesliga gegeben hatte, so war doch die Feier des Wiederaufstiegs in die 1. Bundesliga ein Ereignis, nachdem sich der HTC schon lange gesehnt hatte. Bis zum Gewinn des Europapokals (Feld) im Jahre 2006 war der HTC immer erstklassig gewesen, kurz darauf erfolgte der Abstieg im Feld und später dann auch in der Halle. Das jetzt wieder erreichte Zählen zu den arrivierten Mannschaften in der deutschen Hockeywelt war gleichsam also auch Balsam auf die gute alte HTC-Seele.
Gefeiert wurde noch bis in den frühen Morgen; gerade noch rechtzeitig sind die Spieler ins Bett gekommen, um für das Spiel gegen den Rüsselsheimer RK am folgenden Nachmittag noch die notwendigen Energien zu reaktivieren. Und die Geschichte dieses Spiels ist schnell erzählt. War es im Anfang doch noch unverkennbar bei einigen die Umstellung vom Feier-Modus in die Realität der Bundesliga, so besann man sich nach zögerlichen Begin mit einem Rückstand von 0:2 doch seiner Fähigkeiten und Erfahrungen und drehte das Spiel über eine 3:2 Pausenführung zu einem ungefährdeten 6:3 Endstand, wobei sich Moritz mit 2 Strafecken-Toren, Nico mit 2 Treffern sowie Till Ziemssen und Anton als Torschützen auszeichneten.
Der HTC hat jetzt 27 Punkte aus 9 Spielen; im abschließenden Saisonspiel in Limburg besteht also die Möglichkeit, durch einen weiteren Sieg „verlustpunktfrei“ die Pflichtspiele zu beenden; neben zwei verletzten Stammspielern wird Thorben aber sicherlich auch noch weiteren Spielern aus dem Trainingskader Gelegenheit geben, ihr Können unter Beweis zu stellen; schließlich sollen ja auch sie so viel wie möglich Momentum aus einer erfolgreichen Hallensaison mit in die Rückrunde der im April wieder beginnenden Feldsaison nehmen.

Dr. Albert-Hugo Stinnes
Filderstadt, den 22. Januar 2018