Erfolgreiche Ausfahrt nach Frankfurt und Berlin

Erfolgreiche Ausfahrt nach Frankfurt und Berlin

Auf drei Positionen musste Trainer Thorben Wegener seine Mannschaft gegenüber dem vergangenen – eigentlich schon recht erfolgreichen – Berlin-Wochenende verändern: Kapitän Joss Brandenstein und Wolf Wittmund hatten ausbildungstechnische bzw. berufliche Gründe, die sie an einer Teilnahme eines weiteren Berlin-Wochenendes hinderten, und unser Goalgetter Anton Boomes musste wegen eines verhärteten Oberschenkelmuskels auf einen Einsatz verzichten. Zudem mussten wir unseren 2. Torwart Simon Kirchhofs wegen einer „dicken Backe“ aufgrund einer Wurzelentzündung schon am Bahnhof wieder verabschieden – danke Simon, dass Du es wenigstens versucht hast!
Dafür meldeten sich Routinier Max Wüterich wieder zurück, und auch Johannes Auch erhielt nach 2 ½ monatigem Auslandsaufenthalt wieder einen „Marschbefehl“ von seinem Trainer. Und im Übrigen waren auch wieder unsere 3 Youngsters gefragt, ihre ansprechenden Leistungen aus den vergangenen Spielen erneut zu bestätigen.
Mit dem bisher ungeschlagenen Tabellenführer SC Frankfurt 80 wartete am Samstag sicherlich das schwerere Spiel auf Thorben und seine Jungs. Aber der Trainer hatte auch ein Rezept für die scheinbar unlösbaren Aufgaben. Aus einer kompakten Defensive, in die auch die Stürmer eingebunden waren, wollte man verhindern, dass die 80er ihr Spiel von hinten heraus über die Außenbahnen oder mittels Schlenzer in die freien Räume gefährlich machten; ganz wichtig dabei war es, die Hausherren nicht in den Kreis kommen zu lassen und Strafecken zu vermeiden. Das gelang im 1. Viertel überraschend gut; im Gegenteil: der HTC fand Gelegenheit zu Kontern; so konnte ein scharfer Schuss von Paul Singh nur abgefälscht werden und kam es in der Schlussminute des Viertels zu drei Strafecken des HTC, die aber nicht zwingend genug ausgeführt wurden.
In Unterzahl gleich zu Beginn des 2. Viertels erwies sich der Druck der Hausherren aber zu stark, so dass eine scharfe Hereingabe in den HTC-Kreis dort einen ungedeckten Frankfurter fand, der per Stecher und unhaltbar für Lars Kleikemper die 1:0 Führung herstellte. Der HTC mauerte sich aber nicht ein und hatte Abschlussgelegenheiten durch Max Keller oder einen Strafecken-Nachschuss, der knapp über das Frankfurter Gehäuse flog. Die 2:0 Führung der 80er in der 24. Minute war eine Parallele des Führungstores; am Kreis wurde ein Freischlag schnell ausgeführt, erneut eine scharfe Hereingabe in den Kreis fand den freien Mann, der wiederum keine Mühe hatte, Lars „alt aussehen“ zu lassen, ohne dass ihn bei diesem Tor auch nur irgendein Verschulden traf. Die Moral unserer Jungs konnte dieser zu erwartende Spielstand aber nicht brechen. Keine zwei Minuten später verkürzte Sten Brandenstein mit einem beherzten Schuss nach feinem Zusammenspiel mit Paul auf 1:2. Mit diesem Ergebnis ging es auch in die Halbzeitpause.
Im 3. Viertel wieder das gewohnte Bild: der HTC steht tief und kompakt; Frankfurt versucht es mit dem langen Ball zur Torauslinie und von dort in den HTC-Kreis; zu eigentlich gefährlichen Torszenen kommt es nicht, wenngleich die Hausherren zwei Abschlussmöglichkeiten hatten.
Und so musste das abschließende 4. Viertel die Entscheidung bringen: ein weiteres Tor der Hausherren wäre zweifellos einer Vorentscheidung gleichgekommen. Aber es war der HTC, der dieses Viertel bestimmte, wenngleich es bis zur 57. Minute dauern sollte. Zunächst war es Lucca Epple, der seine gute Leistung in diesem Spiel mit einem „Kracher“ ins Frankfurter Tor und damit zum zwischenzeitlichen Ausgleich krönte. Mit diesem Ergebnis so kurz vor Schluss wären wir ja schon zufrieden gewesen. Dass der Frankfurter Zeitnehmer nach Wiederanpfiff durch die beiden souverän leitenden Schiris Lutz Horn und Frank Lubrich die Zeit aber nicht automatisch weiterlaufen ließ, sollte sich für den HTC noch segensreich erweisen. Es dauerte über eine Minute, bis auf Verlangen der HTC-Bank der Fehler korrigiert wurde – aber nur um 10 Sekunden! Die so noch verbliebene Zeit reichte unseren Jungs dann noch, um zunächst die einzige (!) Frankfurter-Strafecke abzuwehren, um dann im Gegenzug in der Schlussminute nach Zuspiel von Sten durch Paul mit einer „Argentinischen“ hoch ins rechte Toreck den 3:2 Siegtreffer zu erzielen. „Wir hatten den Sieg heute nicht verdient; Stuttgart hat härter für die Punkte gearbeitet als wir“ resümierte nach Spielende ein fairer Frankfurter Trainer.
Von Frankfurt ging es dann am selben Tage noch weiter nach Berlin, wo am Sonntag der Mariendorfer HC auf uns wartete. In der Vorbesprechung konzentrierte sich Thorben dann auch darauf, die Ereignisse des Vortages „aus den Köpfen“ seiner Jungs herauszubekommen. Ein neuer Gegner mit einer neuen Herausforderung stand ihnen gegenüber. Es sei an dieser Stelle mal erlaubt, auf die akribische Arbeit des Trainers in der Analyse der jeweiligen Gegner und der Entwicklung einer Spielstrategie hinzuweisen; alle Mannschaftsteile werden einbezogen; die individuellen und kollektiven Stärken und Schwächen jeder Mannschaft werden erarbeitet und mit „laufenden Bildern“ dokumentiert. Was das für seine Mannschaft bedeutet – defensiv wie offensiv – wird dargestellt; und auch das Eckenverhalten ist jedem unserer Spieler bekannt, wenn es auf den Platz geht. Besonders hervorzuheben ist, dass es seit dieser Saison auch Kleigruppen gibt, die gemeinsam mit dem Trainer Analyse und Strategie erarbeiten, was zweifellos die Identifikation mit dieser Art der Spielvorbereitung erhöht.
Waren wir in Frankfurt der „underdog“, so hatten sich die Mariendorfer an diesem Sonntag in dieser Rolle gefallen. Sie waren auf eine verstärkte Defensive eingestellt und ließen uns das Spiel machen. Nur mit langen Schlenzern aus der eigenen Verteidigung hinter unsere aufgerückte Abwehr wollten sie uns in Gefahr bringen. Daraus resultierte schon in der 3. Minute die einzige MHC-Strafecke, die auch prompt verwandelt wurde. Der MHC führte 1:0 und wir rannten erneut hinterher. Aber es dauerte nur eine einzige Minute, bis Sten den Ausgleich markieren konnte. Und von nun an war es eigentlich ein stetes Anrennen gegen das Berliner Tor, ohne das Lars in unserem Kasten während der gesamten Spielzeit wirklich gefordert wurde. Und so fielen die weiteren Tore dann auch in regelmäßigen Abständen. Eine super Flanke von Franz „Eubi“ Boomes diagonal über mindestens die Hälfte des Platzes landete bei Henrik Pfeiffer, der auf Lucca ablegte, auf das dieser sein 2. Tor an diesem Wochenende schießen konnte. Endgültig auf der Siegerstraße konnte sich der HTC wähnen, als Lukas Grellmann in der 44. Minute zum 3:1 traf. Und als dann auch der an diesem Wochenende als Kapitän fungierende Jan-Philipp „Ötti“ Pätzmann die einzige HTC-Strafecke in der 48. Minute „versenkte“, stellte sich erkennbare Gelassenheit auf der HTC-Bank ein.
Als Fazit dieses Wochenendes können wir 6 Punkte verbuchen und die Gewissheit, dass wir in dieser Gruppe eigentlich mit jedem Gegner mithalten können. Mit 9 Punkten und einem positiven Torverhältnis von 12:9 rangieren wir auf Platz 6 der Tabelle; die Ergebnisse dieses Wochenendes haben alle Mannschaften enger aneinander rücken lassen; mit weiteren Punkten am kommenden Wochenende gegen Nürnberg (Samstag 16.00 Uhr) und München (Sonntag 11.00 Uhr) können wir unsere Position im mittleren Tabellenabschnitt festigen.
Der Ordnung halber sollte festgehalten werden, dass die Bundesbahn auch pünktlich kann! Weder auf der Hinfahrt nach Berlin über Frankfurt noch auf der direkten Rückfahrt am Sonntagabend nach Stuttgart hat es nennenswerte Verspätungen gegeben!

Dr. Albert-Hugo Stinnes
01. Oktober 2018