Es bleibt alles offen bis zum letzten Spieltag

Es bleibt alles offen bis zum letzten Spieltag

Die Ausgangslage

Vor dem Hintergrund der Tabellensituation sowie bestärkt durch die Ergebnisse und das Auftreten in den letzten Spielen gingen die Jungs eigentlich mit der notwendigen Position Selbstvertrauen in die vorletzte Partie gegen den Tabellenführer MSC München. Trainer Thorben Wegener hatte die Mannschaft mit den letzten Video-Sequenzen in der Vorbesprechung auf den Gegner eingestellt und sie trotz der neuerlichen Verletzung von Julius, dafür aber wieder mit Grosso mit einem guten Gefühl auf den Platz geschickt, dem Gegner möglichst lange durch eine konsequente Leistung in der Abwehr Paroli zu bieten; mit zunehmender Spieldauer bei ausgeglichenem Spielstand oder einem knappen Rückstand würde sich Nervosität bei den Gästen einschleichen, weil man ja nach Stuttgart gekommen war, um durch einen Sieg den Aufstieg in die 1. Bundesliga perfekt zu machen. Diese Nervosität wiederum würde uns die Chancen eröffnen, den noch notwendigen einen Punkt zu holen, der dann den sicheren Klassenerhalt bedeuten würde.

Das Spiel

Trotz hochsommerlichen Temperaturen – der Wasserverbrauch war erheblich höher als geplant – und vor einer Kulisse von ca. 200 Zuschauern, unter die sich auch eine anerkennenswert starke Fraktion aus München gemischt hatte, begannen beide Mannschaften von der ersten Minute an, ihre Ziele konsequent zu verfolgen: der Gast voll offensiv und mit großen Spielanteilen und der Hausherr mit einer tief eingestellten Defensive, in die sich allerdings unsere Stürmer wie zuletzt praktiziert sehr effektiv einbrachten. Ein individueller Fehler im eigenen Spielaufbau in der 8. Minute erlaubte allerdings dem MSC einen Konter, der die Kickers schon in einen frühen Rückstand von 0:1 brachte – genau so war es nicht vorgesehen.

Allerdings haben Thorbens Jungs inzwischen so viel Erfahrung mit Rückständen, dass dieser frühe Rückstand sie keineswegs aus dem Konzept brachte. Bei der ersten kurzen Ecke des Spiels in der 18. Minute, die eigentlich ziemlich „verkorkst“ ausgeführt wurde, war Anton zur Stelle, um den Ball durch einen beherzten Schuss im Münchner Kasten unterzubringen: 1:1 und alles wieder auf Anfang!

Psychologisch unglücklich für den HTC war dann eine Minute vor dem Pausenpfiff der erneute Rückstand, mit dem der MSC durch die Verwandlung einer kurzen Ecke unsere Jungs in die Kabine schickte.

Nach dem Wechsel tat sich lange nichts; das Spiel wurde etwas „ruppiger“, wozu auch die Schiris durch einige unglückliche Entscheidungen beitrugen. So hätte in der 55. Minute das wiederholte Foulspiel der Münchner Abwehr zu einer kurzen Ecke (mit Kartenfolge) führen müssen; im direkten Konter fällt das 1:3 und weiteren 5 Minuten machten die Münchner ihr Meisterstück, indem sie uneinholbar auf 1:5 davonzogen. Es war dann erneut Anton, mit einem weiteren Tor in der Schlussminute das Endergebnis von 2:5 – und damit ein wenig Kosmetik – herzustellen. So klar wie das Ergebnis war aus Thorbens Sicht der Spielverlauf nicht; „wir haben es lange eng gestalten können (55. Minute), aber nach dem 1:3 verteidigen wir die Sache nicht gut, und die Köpfe gingen runter“.

Am verdienten Sieg und damit dem Aufstieg in die 1. Bundesliga gibt es allerdings nichts „herumzureden“; der MSC „war an diesem Tag eine Klasse besser als wir“. Wir gratulieren als faire Sportleute und drücken den Bayern die Daumen für eine erfolgreiche nächste Saison im deutschen „Hockey-Oberhaus“.

Der Ausblick

Für unsere Jungs geht das Zittern bis zum letzten Spieltag am 10. Juni weiter; wir sind nach wie vor eine von 4 Mannschaften, von denen eine neben dem bereits abgestiegenen Mariendorfer HC nach dem letzten Spieltag den bitteren Gang in die Regionalliga antreten muss. Wir sind mit 17 Punkten gegenwärtig noch das beste von 4 gefährdeten Teams und spielen auf der Hohen Eiche gegen den HC Ludwigsburg. Mit einem Punkt dürften wir aufgrund unseres Torverhältnisses gerettet sein, drei Punkte wären natürlich optimal. Aber auch bei einer knappen eigenen Niederlage und einer Niederlage nur eines unserer „Mit-Konkurrenten“ spielen wir in der kommenden Saison wieder in der 2. Bundesliga.

Theoretisch ist alles möglich; und deshalb werden Thorben und sein Team in den nächsten zwei Wochen alles dafür tun, die verletzten Spieler Joss, Julius, Paul sowie Rudi wieder fit zu machen und die übrigen Jungs wirksam taktisch, athletisch und spieltechnisch auf den letzten Gegner einzustellen. Wir hoffen für dieses Spiel am 10. Juni um 15.00 Uhr auf zahlreichen Zuschauer auf der Hohen Eiche!

 

Dr. Albert-Hugo Stinnes

29. Mai 2017