HTC-Herren leider ohne versöhnlichen Jahresabschluss

HTC-Herren leider ohne versöhnlichen Jahresabschluss

Gerne hätten sich die HTC-Herren in ihrem letzten Spiel mit einem Sieg verabschiedet aus einem Jahr, das eigentlich in vielerlei Hinsicht als erfolgreich bezeichnet werden kann. Allein es sollte nicht sein, obwohl unsere Jungs alles gegeben haben, um sich selbst mit dem „Weihnachtsgeschenk“ zu bescheren, die rote Laterne in der Hallen-Bundesliga an einen anderen weitergereicht zu haben.
Aber fassen wir zunächst das vergangene Wochenende mit Spielen beim NHTC Nürnberg und bei SC Frankfurt 80 zusammen. Gegen die Franken gerieten unsere Jungs schon in den ersten  Minuten mit 0:3 in Rückstand; die Hausherren agierten schneller, abgeklärter und auch im Zusammenspiel geschlossener. Wenn auch Nicolas Riemann auf Zuspiel von Anton Boomes eine zwischenzeitliche Ergebnisverbesserung auf 1:3 gelang, so wurde doch schon bis zur Halbzeit klar, dass dieses Spiel nicht zu gewinnen war. Es dauerte bis zum 1:7, ehe Tilman Häuser einen weiteren HTC-Treffer erzielen und den Pausenstand von 2:7 markieren konnte.
Die zweite Halbzeit war vom Verlauf und Ergebnis ein Spiegelbild der ersten 30 Minuten. Die cleveren Hausherren kontrollierten das Spiel und machten in regelmäßigen Abständen ihre Tore aus der Kategorie „Zirkushockey“, wie ihr Trainer und früherer HTC Spieler Norbert „Nogger“ Wolff nach dem Spiel anmerkte. Unterbrechen konnte den „NHTC-Torrausch“ lediglich Anton durch seine beiden Treffer zum 3:7 und 4:10. Zu Recht gewann der NHTC letztlich mit 14:4. Thorben sah eine zu hohe Niederlage, weil wir erneut für die kleinsten Fehler bestraft wurden und aus den Fehlern des Gegners kein eigenes Kapital schlagen konnten.
In der Vor-Besprechung auf das Sonntagsspiel hatte Thorben seine Jungs eingeschworen, dass sie in diesem Spiel den Focus auf Spaß setzen mussten und all die Faktoren aufgezeigt, die Einfluss darauf haben, wie aus „Spaß am Spiel“ letztlich Erfolg wird. Und vom Anpfiff weg merkte man, dass die Jungs es besser machen wollten. Es war ein enges Spiel von der ersten bis zur letzten Minute mit dem glücklicheren Ausgang für die Frankfurter. Zweimal führte der HTC durch Tore von „Ötti“ Pätzmann (1:0) und Anton (2:1); beide wurden durch die Verwandlung von Strafecken egalisiert. Nach der Halbzeit gingen dann die Hausherren in Führung, um durch Max Keller den Ausgleich zum 3:3 zu kassieren. Die vierte von insgesamt sieben Frankfurter Strafecken brachte dann den 4:3 Endstand, wobei der HTC mit mindestens zwei (von drei) Eckenentscheidungen in der 2. Halbzeit nicht einverstanden war. Trotz der Niederlage war Thorben nicht unzufrieden. „Das war heute das beste Saisonspiel. Bei ein paar Situationen hatten wir Pech, sonst wäre noch mehr drin gewesen“. Einen Vorwurf wollte er seinen Jungs jedenfalls nicht machen.
So bleibt nach sechs (von zehn) Hallenspielen für den HTC augenblicklich nur der letzte Tabellenplatz und ein Abstand von 5 Punkten auf das „rettende Ufer“. Mit der Einstellung aus dem Spiel gegen Frankfurt 80 könnte bei drei noch ausstehenden Heimspielen mit den dann hoffentlich wieder zahlreich erscheinenden Kickers-Fans die Sensation im Januar durchaus noch gelingen.
Trotz des momentanen Tabellenstandes in der 1. Hallen-Bundesliga ist es ein erfolgreiches Hockeyjahr für die HTC-Herren gewesen. Begonnen hat alles mit einer Hallensaison in der 2. Bundesliga mit einer beinahe makellosen Bilanz von 9 aufeinanderfolgen Siegen in 10 Spielen. Mit großem Vorsprung wurde am 21. Januar vor einem begeistert mitgehenden Publikum im Breuninger Hockeypark der Aufstieg in die höchste Spielklasse sichergestellt. Damit durfte niemand rechnen, zumal die Jungs erst gerade aus der Regionalliga aufgestiegen waren. Aber die Mannschaft hatte sich von Spiel zu Spiel gesteigert; mit dem Erfolg kam der Spaß; und mit dem Spaß am Spiel hat man sich den nächsten Erfolg erarbeitet.
Nicht vergessen in der Chronologie des HTC-Hockeyjahres 2018 wollen wir die erfolgreiche Ausrichtung der „Final Four“ der besten 4 Hallen-Mannschaften bei Damen und Herren in der SCHARRena Ende Januar. Stuttgart und Baden-Württemberg erlebte Hallen-Hockey auf höchstem Niveau und mit dem Club a.d. Alster (Damen) und UHC Hamburg (Herren) zwei würdige Besitzer des blauen „DHB-Meisterwimpels“. Dem HTC wurde allseits bescheinigt, ein großartiges Hockeyfest arrangiert zu haben, das Lust auf mehr in den kommenden Jahren macht. Es war eine gelungene Werbung für unseren Sport! Möglich wurde dies durch die mutige Entscheidung unseres Vorstandes für diese Veranstaltung, durch eine perfekte Organisation eines Teams internen und externer Experten und letztlich durch die Mitwirkung zahlreicher freiwilliger Mitglieder und Freunde unseres Clubs. Dank an alle, die sich hier eingebracht haben!
In der Rückrunde der Feldsaison 17/18 sorgte der HTC mit zwei frühen Siegen ziemlich bald für die Klarheit, dass diese Mannschaft mit dem Abstieg nichts zu tun haben wollte. Wenn auch theoretisch noch lange möglich, so waren sich die „Experten“ doch einig, dass auch zukünftig wieder Leistungshockey in Stuttgart angezeigt ist. Ein überraschender Punkt gegen den Tabellenführer und späteren Aufsteiger Blau-Weiß Berlin machte dann auch am drittletzten Spieltag bereits alles klar.
Nach langer Sommerpause starteten die Jungs dann im September wieder in die neue Feldsaison. Knappe Niederlagen in den ersten drei Spielen folgten fünf Siege und ein Unentschieden bis zur Saisonpause, in der der HTC mit 16 Punkten und einem Torverhältnis von 24:17 auf dem 3. Tabellenplatz „überwintert“. Damit man um den Aufstieg mitspielen kann, müssten schon einige Überraschungen her; aber mit dem Abstieg sollten wir schon bald nichts mehr zu tun haben.
Wenn wir den sportlichen Erfolg der HTC-Herren am Ende dieses Jahres beleuchten, so dürfen dabei nicht die Personen vergessen werden, die neben den Spielern für Punkte und Tore „mitverantwortlich“ sind. Da soll zunächst unsere „Mutter des Teams“ Tjorven Schick genannt werden. Sie hat nicht nur als unsere Physio kein Spiel – Vorbereitungs- wie Pflichtspiel – vermisst, sondern war immer für die Kümmernisse ihrer Jungs da, hatte stets ein offenes Ohr auch für die Dinge außerhalb des Sports und versorgte darüber hinaus die Daheimgebliebenen mit ihrem Live-Ticker von den Spielen, sofern es ihre betreuerische Aufgabe zuließ.
Unser Athletik-Trainer Claus Wagner war dafür verantwortlich, dass die Jungs während des gesamten Jahres über die notwendige Fitness verfügt haben. Das war harte Arbeit und bedurfte der Kontrolle mittels der modernen Medien, wenn Athletik-Einheiten in den Ferien oder anlässlich eines Auslandsaufenthaltes zu leisten waren. Letztlich aber hat sich gezeigt, dass nur das „komplette Programm“ die Jungs in den Zustand versetzt hat, dass sie das gesamte Jahr verletzungsfrei absolvieren konnten.
Co-Trainer Eike Suchner war in seiner Mitwirkung in diesem Jahr ein wenig eingeschränkt, wurde er doch durch die Einsätze für seine neu geborene Tochter etwas „ausgeremst“.
Über allem aber stand unser Trainer Thorben Wegener, der aus den verschiedenen Individuen seines Kaders eine Mannschaft geformt hat; der ihnen eine strategische und taktische Spielphilosophie entwickelt hat, die sie auf dem Spielfeld oder in der Halle abrufen konnten; und der in den vergangenen drei Jahren immer wieder von außen neu hinzukommende Spieler integrieren musste oder aus der Jugend aufstrebenden „Eigengewächsen“ eine Chance auf Bewährung unter den alten Hasen gegeben hat. Thorben verfügt über sämtliche analytischen, sportart-spezifischen wie organisatorischen „Werkzeuge“, die heute notwendig sind, wenn man über den Spaß zum Erfolg in unserer Sportart kommen will. Er ist zudem bestens in unserem Verband vernetzt, was bei zunehmender Regulierung auch in unserem Sport von unschätzbarem Wert ist.
Bedanken möchte ich mich am Ende des Jahres aber auch bei unserem Vorstand – insbesondere bei Christoph und Stefan – dass sie uns weitgehend frei innerhalb unseres genehmigten Budgets haben arbeiten lassen. Und wenn ich zu Weihnachten einen Wunsch habe, so besteht er darin, dass wir diese Arbeitsweise auch im kommenden Jahr zum Wohle unseres HTC fortsetzen dürfen.

Dr. Albert-Hugo Stinnes
17. Dezember 2018