HTC-Herren starten mit Niederlagen

HTC-Herren starten mit Niederlagen

Seit über 2 Jahren haben die HTC-Herren in eigener Halle kein Punktspiel verloren und ihre Erfolgsbilanz daher auch mit 2 Aufstiegen untermauern können! Nun aber war man wieder in der 1. Bundesliga angekommen, wo man in den ersten beiden Spielen gegen den TSV Mannheim und den Münchner SC am vergangenen Wochenende feststellen musste, dass in der höchsten Liga doch noch ein wenig mehr verlangt wird als in den Jahren zuvor.
Unsere Jungs hatten sich auf Turnieren in Ludwigsburg und Köln sowie in der eigenen Halle gegen Mannschaften aus der 2. Liga auf das Abenteuer 1. Bundesliga vorbereitet. Trainer Thorben Wegener hatten einiges ausprobiert an Taktik und System, wobei es ihm insbesondere darauf angekommen war, die Mannschaft auf das nochmals schnellere Spiel unter den Top-Teams einzustellen.
Und zahlreiche Ehrenämtler im HTC hatten alle Anstrengungen unternommen, um die Fans zum Saisonstart in die eigene Hockeyhalle in Breuninger Hockeypark zu locken. Besonders gefreut haben wir uns, dass unser ehemaliges Club-Mitglied Martin Baumgardt sich bereit erklärt hatte, in seiner unnachahmlichen Art die Funktion des Hallensprechers zu übernehmen. Auch ihm ist es zu verdanken, dass ca. 700 Zuschauer an beiden Tagen in großer Begeisterung die Leistungen aller Aktiven verfolgt haben.
In der Partie gegen den TSV Mannheim konnte Trainer Thorben bis auf Franz „Robo“ Meier seine wohl derzeit stärkste Formation „aufs Parkett“ schicken. Für ihn war am Samstag Johannes Auch am Start. Im Tor hatte Thorben Max „Jolle“ Jolk den Vorzug vor Lars Kleikemper gegeben, der aber sicherlich in den folgenden Spielen auch noch zu seinen Einsätzen kommen wird.
Das erste Tor schoss schon in der 5. Minute Sten Brandenstein. Sollte das ein gutes Omen sein? Leider nein! Denn schon bald nahmen die mit zahlreichen Nationalspielern bestückten Mannheimer das „Heft des Handels“ in die Hand und gingen bis zur 25. Minute durch zwei verwandelte Ecken und zwei Tore aus dem Spiel heraus mit 4:1 in Führung, ehe erneut Sten durch Verwandlung der schon sechsten Strafecke zum 2:4 Halbzeitstand aus HTC-Sicht verkürzen konnte; eigentlich war noch nichts verloren, hatte doch Co-Trainer Eike Suchner in der Kabinenpredigt vor dem Spiel bemerkt, dass enge Hallenspiele erst in den letzten 10 Minuten wirklich entschieden würden. Entsprechend motiviert kamen die Jungs auch in die Halle zurück. Es dauerte allerdings bis zur 46. Minute, ehe die HTC-Fans erneut jubeln konnten, nachdem Lukas Grellmann – erneut durch eine Strafecke – auf 3:4 verkürzte. Die Freude währte aber nicht lang: schon drei Minuten später stellte der TSV den alten Zwei-Tore-Abstand zum 5:3 wieder her, an dem sich auch bis zum Spielende trotz erheblicher Bemühungen nichts ändern sollte.
„Es war erkennbar, dass wir uns erst zurechtfinden müssen“, resümierte Thorben nach dem Spiel, „in der obersten Klasse sind die Gegner schon schneller und vor allem abgezockter“. Dennoch war er aber mit dem Spiel seiner Schützlinge durchaus zufrieden. Bei einer besseren Chancenauswertung – insbesondere bei den insgesamt 10 Strafecken – wäre sogar vielleicht mehr drin gewesen. „Aber über das gesamte Spiel gesehen ist der Sieg für den TSV verdient“.
Am folgenden Sonntag hatte Thorben unseren Routinier Robo wieder zur Verfügung, dem Johannes weichen musste, um sich für seine anstehenden Prüfungen vorbereiten zu können. Gegen des MSC hatte man sich eigentlich die größeren Chancen ausgerechnet, was der bis zum Ende überaus spannende Spielverlauf letztlich auch bestätigen sollte. Die erste Halbzeit war geprägt durch tief stehende Münchner, gegen deren Routiniers mit langjähriger Hallenerfahrung ein Durchkommen für unsere Jungs sehr schwer war. Das erste Tor der Partie fiel erst in der 24. Minute und wurde erzielt von Fabian Humpfer, der seine Hockey-Kariere beim HTC begonnen, aber studienbedingt schon viele Jahre in „weinrot“ unterwegs ist. Praktisch mit dem Pausenpfiff legte der MSC noch eins drauf und schickte unsere Jungs mit 0:2 in die Kabine.
In der zweiten Hälfte zeigte sich der HTC durchaus ebenbürtig, der MSC aber cleverer. Jedes Mal, wenn der HTC verkürzte, dauerte es höchstens zwei Minuten, bis die Gäste uns wieder auf Abstand hielten. Beim 1:2 durch Max Keller, dem 2:3 durch Anton Boomes, erneut dem 3:4 durch einen verwandelten 7m von Anton gaben die Gäste erneut erfolgreich Gas, um ja nichts anbrennen zu lassen. Als dann Sten unsere Mannschaft in der 56. Minute nochmals auf 4:5 heranbrachte und Thorben Jolle zugunsten eines weiteren Feldspielers herausnahm, schien Eikes „Theorie von den letzten 10 Minuten“ vielleicht doch eine Chance zu haben. Jetzt aber nahmen sich die Kickers in den Schlussminuten ihren zahlenmäßigen Vorteil durch eine Gelbsperre, so dass die Münchner mit dem Schlusspfiff noch ein weiteres Tor zum 4:6 Endstand nachlegen konnten.
„Es war wie gegen den TSV am Vortag: wir sind dran, machen dann aber kleine Fehler, die konsequent bestraft wurden; und wir nutzen unsere Chancen nicht“ war das Fazit von Thorben nach diesem Wochenende. „Aber wir sind nicht weit weg und auf einem guten Weg in der Liga anzukommen“.
Als Tabellenletzter geht der HTC jetzt erst einmal auf Reisen, um seine Auswärtsspiele in Mannheim (MHC), München, Nürnberg und Frankfurt zu absolvieren. Nach einem weiteren Auswärtsspiel am 5. Januar in Mannheim (TSV) gibt es dann noch drei Heimspiele, an deren Ende wir hoffentlich konstatieren können, dass die „rote Laterne“ von einem anderen Team übernommen wurde.

Dr. Albert-Hugo Stinnes
3. Dezember 2018