HTC im „Tabellenkeller“ angekommen

HTC im „Tabellenkeller“ angekommen

Noch vor weniger Wochen herrschte nach dem Aufstieg der 1. Herren in der Halle von der Regionalliga in die 2. Bundesliga große Euphorie an der Hohen Eiche. Und nun findet man sich nach zwei verlorenen Spielen in der Feld-Rückrunde auf den letzten Tabellenplatz der 2. Bundesliga und steht mit dem Rücken an der Wand, um nicht in die Regionalliga abzusteigen.

In zwei direkten Vergleichen mit gleichfalls abstiegsgefährdeten Vereinen (HC Limburg und HG Nürnberg) haben die Jungs jeweils knapp und teilweise unglücklich verloren; und zudem ist es den übrigen gefährdeten Mannschaften (Zehlendorfer Wespen und Mariendorfer HC) gelungen, zum Auftakt der Rückrunde unerwartet Punkte im Abstiegskampf einzufahren.

Was war geschehen? Gegen die HG Nürnberg war das Spiel nach der vorwöchentlichen Niederlage in Limburg irgendwie schon ein „Alles-oder-Nichts-Spiel“, entsprechend hatte Trainer Thorben Wegener die Jungs eingestellt und ebenso couragiert und zielstrebig gingen die Jungs von Beginn an zu Werke. Schon die erste kurze Ecke brachte in der 5. Minute durch Anton die 1:0 Führung. Mindestens zwei weitere Chancen in den folgenden 10 Minuten konnten aber leider nicht zählbar umgesetzt werden.

Dann aber verliert die Mannschaft ein wenig den Faden, die Ordnung lässt nach, das taktische Konzept wird nicht mehr zwingend umgesetzt, so dass die HGN sich deutlich mehr Spielanteile erarbeiten kann. Innerhalb von nur 10 Minuten machen die Gäste aus einem 0:1 Rückstand eine beruhigende 3:1 Pausenführung, wobei auf die Unterstützung der HTC-Abwehr hingewiesen werden muss. Wie schon in Limburg dürfen solche Fehler einfach nicht passieren; es sind Gastgeschenke für den Gegner, und die haben wir nicht zu verteilen.

In der Pause müssen Thorben und Eike die richtigen Worte gefunden haben; ein verwandeltes HTC-Team kam aus der Kabine aufs Feld zurück. Schon eine Minute nach Wiederanpfiff der ordentlich leitenden Schiris Schultz (Frankfurt) und Jordan (Mainz) war es erneut Anton, der durch seinen Einsatz den Anschlusstreffer zum 2:3 erzielen konnte. Der HTC blieb in den nächsten 20 Minuten enorm druckvoll, erarbeitete sich zahlreiche Torchancen; das Spielgeschehen verlagerte sich eindeutig in die Nürnberger Hälfte, die selbst nur noch zu ganz wenigen Kontern kamen. In der 57. Minute schließlich war es die Zusammenarbeit unserer beiden Maxis, die durch Vorarbeit (Max W.) und Vollstreckung (Max K.) ihre gute Leistung an diesem Tage mit dem Ausgleichstreffer zum 3:3 krönten.

Alle rechneten jetzt eigentlich mit einer HTC-Schlussoffensive und dem Siegtreffer. Und die Chancen waren vorhanden! Aber es kam anders! Bestraft mit einer gelben Karte (Paul) nutzen die Nürnberger unsere Unterzahl und gingen erneut mit 4:3 in Führung.

Aber die Moral unserer Jungs war stark; auch die letzten 10 Minuten gehörten ausschließlich dem HTC, aber weder 4 kurze Ecken (davon eine an die Latte) sowie ein überragender Gäste-Torwart machten es möglich, wenigstens noch den Ausgleich zu erzielen.

Als Fazit haben wir zu konstatieren, dass wir 7 Spieltage vor Saisonende am Tabellenende stehen; fünf Mannschaften sind durch nur drei Punkte voneinander getrennt; alle sind immer noch abstiegsgefährdet – zugegeben der HTC am meisten! Wenn es uns gelingt, die Verteidigungsleistung, die Thorben als Ursache für die beiden letzten Niederlagen ausgemacht hat, entscheidend zu verbessern, und wenn wir im Ausnutzen unserer Torchancen auch noch etwas mehr Glück haben, so brauchen wir jetzt auch nicht ängstlich in die kommenden Spiele zu gehen. Mit noch mehr Willen und Leidenschaft, mit noch mehr Achtsamkeit und Kampfbereitschaft, mit noch mehr Kameradschaft und Engagement wird es uns gelingen, gegen die kommenden Gegner die notwendigen Punkte zu sammeln, die für den Verbleib in der 2. Bundesliga notwendig sind. In Frankenthal und Frankfurt kann die Mannschaft am nächsten Wochenende bereits den Anfang machen.

Dr. Albert-Hugo Stinnes

1. Mai 2017