Seit 5 Spielen weiter ungeschlagen

Seit 5 Spielen weiter ungeschlagen

Nach zwei erfolgreichen Doppel-Wochenenden mit insgesamt 9 Punkten waren die 1. Herren wieder heimgekehrt auf die Hohe Eiche, hoch motiviert und gut vorbereitet auch dem heimischen Publikum zu zeigen, dass man weiterhin Punkte gegen den Abstieg machen will. Einziger Wermutstropfen: Goalgetter Anton Boomes fällt wegen einer Oberschenkel-Verletzung für den Rest der Feld-Hinrunde aus.
Am Samstag war der Aufsteiger HG Nürnberg zu Gast, und mit Aufsteigern hatten wir ja zuletzt in Berlin gute Erfahrungen gemacht. Die erste Halbzeit war eigentlich ein Spiel ebenbürtiger Mannschaften mit Vorteilen für den HTC in der Vorwärtsbewegung und mehr Chancen zum Abschluss. Die 1:0 Führung zur Pause durch Henrik Pfeiffer war glücklich, weil der ansonsten ausgezeichnete HGN-Torwart sich verspekulierte: der von ihm als Flanke angesehene Schuss von Henrik aus spitzem Winkel landete zur Überraschung aller in seinem Kasten. Unglücklich für den HTC war die Verletzung am rechten Mittelfinger von Johannes Auch, der von Physio Tjorven Schick sofort aus dem Spiel genommen und ins Marienhospital zur ärztlichen Versorgung geschickt wurde; auch er wird vermutlich erst einmal einige Wochen pausieren müssen.
In der zweiten Halbzeit – HTC-Coach Thorben Wegener musste in der Pause die richtigen Worte an seine Jungs gerichtet haben – begann der muntere Torreigen bereits in der 35. Minute durch Sten Brandenstein im Zusammenspiel mit Bruder Joss über die rechte Seite. Mit dem 3:0 (42. Minute) durch Fritz Wüterich und dem 4:0 (43. Minute) durch Cai Fabian bedankten sich unsere beiden Youngsters für die Möglichkeit, ihr Können „in der Ersten“ unter Beweis zu stellen. Als dann auch noch Jan-Philipp „Ötti“ Pätzmann die dritte der vier HTC-Strafecken zum 5:0 versenkte (46. Minute), war das Spiel praktisch gelaufen. Leider schlichen sich dann in den letzten 5 Minuten einige Nachlässigkeiten ein, die der HGN die Gelegenheit zur kosmetischen Verbesserung des finalen Spielstandes von 5:2 gab.
Insgesamt war Thorben zufrieden mit den gezeigten Leistungen seiner Mannschaft und war gespannt, ob die beobachtete Weiterentwicklung auch Bestand haben würden gegen einen der beiden Absteiger aus der 1. Bundesliga.
Mit dem MSC kam ein ganz anderes Kaliber von Mannschaft am folgenden Tag in den Breuninger Hockeypark. Reifer in der Spielanlage, athletischer in den Bewegungen und bissiger in der Umsetzung des eigenen Spielplanes setzen die Bayern unseren Jungs vom Anpfiff weg kräftig zu. So dauerte es kaum zwei Minuten, als eine scharf hereingegebene Flanke in den HTC-Kreis per Stecher den Weg ins Tor von Lars Kleikemper fand. Wer nun glaubte, dass dies die eigene Mannschaft wachrüttelte, muss bitter enttäuscht gewesen sein. Es bedurfte schon einiger toller Paraden von Lars, dass bis zur Viertel-Pause keine weiteren Tore des MSC fielen. Und wie sagt man so schön: in der kurzen Pause hat Thorben seinen Jungs ganz mächtig die Meinung gesagt. „Was ihr hier zeigt, ist eine Frechheit und schlichtweg unterirdisch!“ Das zeigte Wirkung. Der MSC hatte nun deutlich weniger Spielanteile und vermochte es auch nicht, das HTC-Tor weiter entscheidend in Gefahr zu bringen; die Abwehr stand sicherer und ließ auch bis zur Halbzeit nur noch eine weitere der gefährlichen Strafecken der Gäste zu.
Kurz nach Wiederanpfiff gleich die nächste Hiobsbotschaft für den HTC: bei einem Eckeneinsatz verletzte sich Paul Singh so sehr, dass auch er zur weiteren Versorgung ins Marienhospital musste; und auch er wird im letzten Spiel der Hinrunde nicht mehr zur Verfügung stehen. Trotz des 0:2 in der 38. Minute zeigte sich jetzt, dass der HTC inzwischen viel breiter aufgestellt ist und Ausfälle guter Spieler effektiv „wegstecken“ kann. In einem Doppelschlag in der 38. und 39. Minute machten Lucca Epple per 7m und Samuel Bosch mit einem „über-Kopf-Schlag“ aus dem 0:2 plötzlich ein 2:2. Die Freude währte jedoch nicht lange, denn schon zwei Minuten später ging der MSC durch eine Strafecke erneut in Führung. Und dann überschlugen sich die Ereignisse: ein erneuter HTC-Doppelschlag in der 48. und 49. Minute durch Max Keller (Strafecke) und Routinier Franz „Robo“ Meier mit einer „Aggi“ ins rechte Toreck nach einem Solo über das halbe Spielfeld sah den HTC plötzlich mit 4:3 in Führung liegen. Nach einer gelben Karte für Lars und seiner Auswechslung durch Max „Jolle“ Jolk nahmen die Münchner ihren Torwart zu Gunsten eines weiteren Feldspielers heraus, um so doch noch eine Wende zu erzwingen. Der HTC hielt dem nochmals erhöhten Druck Stand bis zur letzten Minute: es war die 10. MSC-Strafecke, die dann doch noch Weg in den HTC-Kasten fand und damit die Fortsetzung der Miniserie von 4 gewonnenen Spielen in Folge verhinderte. So trennte man sich letztlich mit einem 4:4 Unentschieden, einem Ergebnis, dass den Münchnern zu wenig sein und dem HTC wie eine „beinahe-Sieg“ vorkommen muss.
Wenn auch die Trauer über die 2 verlorenen Punkte zunächst überwog, so setzte dann später doch wieder der Realitätssinn ein: „Das Unentschieden geht insgesamt in Ordnung“, befand Thorben und freute sich mit seinen Mannen über den 3. Tabellenplatz, den man inzwischen erreicht hatte.
Bemerkenswert ist vielleicht noch die Tatsache, dass die neun am Wochenende erzielten Treffer auch neun verschiedene Torschützen hatten; der HTC ist schwer berechenbar geworden!
Zum letzten Pflichtspiel der Feld-Hinrunde empfängt der HTC am kommenden Samstag um 16.00 Uhr das Tabellenschlusslicht Limburger HC; ich bin sicher, dass Thorben unter der Woche die richtigen Worte für jeden seiner Schützlinge findet, dem die Erfolge der letzten Wochen zu Kopf gestiegen sein sollte. Wir spielen immer noch gegen den Abstieg – aber mit dem besseren Spiel, wie die Ergebnisse zeigen.

Dr. Albert-Hugo Stinnes
08. Oktober 2018